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PDF der gescheiterten Edition; zum Aufruf bitte klicken.
Krammer mußte nach dem Scheitern seinen Lebensunterhalt mit Sachbüchern finanzieren.

3. Dezember

Bruno Krusch im Jahr 1902 (Quelle: Archiwum Państwowego we Wrocławiu)
Mario Krammer im Jahr 1930 (Quelle: Ullstein Bilderdienst)

Der Zorn des Krusch

machte aus dem MGH-Mitarbeiter Mario Krammer (1880-1953) einen Feuilletonisten, der mit den Nazis aneinandergeriet. Krammers Edition der Lex Salica scheiterte im Jahr 1919 nach bereits erfolgtem Satz am Einspruch des streitbaren Archivars und Zentraldirektors Bruno Krusch (1857-1940), der die Edition wie ihren Bearbeiter öffentlich im "Neuen Archiv" hinrichtete. Krammer quittierte schließlich den Dienst bei den MGH und verfaßte Sachbücher über den Freiherr vom Stein, Fontane und die Stadt Berlin. Die Reichsschrifttumskammer bemängelte seine Gesinnung und bedachte ihn mit Berufsverbot, aber ab 1947 gehörte er wieder zur kritischen Berliner Intelligenz. Von seiner MGH-Edition überlebten nur die Vorabexemplare.

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Neues Archiv 41 (1919), S. 375