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Das Geistinger Kloster im Jahr 2005
Der Innenraum der Bibliothek
Original-Bilder aus den Ebay-Aktionen

6. Dezember (S. Nicolaus)

Geistingen - die verramschte Bibliothek

"bulle-von-toelz" hieß der Ebay-Anbieter, der im Jahr 2010 in einer schier endlosen Serie hochwertige Drucke vom frühen 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart anbot. Erst nach und nach begriff die Community, was da vor sich ging: es wurde die Bibliothek der Hochschule des Redemporistenordens in Hennef-Geistingen verschachert. Von Beruf war der "Bulle von Tölz" übrigens Schrotthändler (und hieß nicht Benno Berghammer, sondern René Trageser, mittlerweile Betreiber eines "Krankenpflege Sparmarkts"). Jede Woche gab es neue Schätze, vieles davon auch medävistisch. Am Anfang war vieles spottbillig, selbst Postinkunabeln und Drucke vor 1700. Am Ende konnte die MGH-Bibliothek bei den alten Drucken nicht mehr mithalten. Immerhin: 172 Bände, vornehmlich Forschungsliteratur zur Patristik und zur mittelalterlichen Rechtsgeschichte, wurden erworben.

Das Desaster in Geistingen traf nicht nur die Bücher: Die Kirche wurden zum Yoga-Tempel profaniert und die großartige Jugendstil-Halle, die bislang die Bibliothek beherbergte, wurde zu schmucken Apartement-Wohnung umgebaut. Geblieben sind eingie Photos.

Hennef-Geistingen wurde damit zur größten institutionellen Einzelprovenienz unserer Bibliothek - ein großes Geschenk. Aber das Bittere dabei ist, daß wir damit einer Bibliothek Asyl gewährten, die fast gleichzeitig mit der unsrigen begründet wurde und neben ihr heranwuchs. Habent sua fata libelli!

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[Ein Geistinger Band in der ÖNB Wien]

 

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