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Mergentheim Deutscher Orden

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Das ehemalige Deutschordensschloß von Mergentheim war von 1525 bis 1809 Residenz der Hoch- und Deutschmeister des Deutschen Ordens. Durch die Säkularisation fiel im Jahre 1809 das Mergentheimer Territorium an Württemberg; der Deutsche Orden wurde in Deutschland aufgehoben. Noch kurz zuvor (1805) hatte der Deutsche Orden seinerseits die Besitztümer der Mergentheimer Klöster eingezogen.

Bibliothek

In ihrer Residenz unterhielten die Hoch- und Deutschmeister eine große Bibliothek, die auch dem Priesterseminar zur Verfügung stand. Aus einigen anderen Deutschordenshäusern wurden Bestände nach Mergentheim verlagert (z.B. aus dem fränkischen Ellingen). Das unverwechselbare Kennzeichen dieser Provenienz ist ein Brandzeichen mit dem Deutschordenskreuz im Buchschnitt, das selbst den wertvollsten Bänden eingebrannt wurde; weniger spektakulär ist eine mit Rötelstift im vorderen Buchdeckel eingetragene Signatur. Nach der Säkularisation wurden die wertvolleren Bände in die sogenannte Königliche Handbibliothek nach Stuttgart verbracht, die heute zum größten Teil der Württembergischen Landesbibliothek einverleibt ist. Einige Bände wurden aber als Dubletten verkauft, so etwa das Speculum Iudiciale des Guilelmus Durantis (Basel 1563) an die Universitätsbibliothek Greifswald. In den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde der Band an die MGH verkauft.
Bildseiten


Literatur:

Heinz Finger: Untersuchungen zur Geschichte der Bibliothek des Deutschen Ordens in Mergentheim. Teil I: In: Gutenberg-Jahrbuch 1980, S. 325-354. Teil II: In: Gutenberg-Jahrbuch 1981, S. 245-260.