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Besitzvermerk "Kehr" und Stempel des Institutes (durchgestrichen), neuer Stempel des "Reichsinstitutes" (ca. 1937)
Prachteinband des 18. Jahrhunderts mit Supralibros

Preussisches Historisches Institut Rom

Spanische Kopertbände des 17. bis 18. Jahrhunderts aus der Sammlung Kehr und dem Preußischen Historischen Institut

Das 1888 als "Preußische Historische Station" gegründete, später als "Königliches Preußisches Historisches Institut" in Rom vom Preußischen Staat betriebene Auslandsinstitut sollte für die deutschsprachige Forschung den Zugang zu römischen Archiven und Bibliotheken - insbesodnere des Vatikan - ermöglichen. 1903-1936 stand das Institut unter der Leitung von Paul Fridolin Kehr (1860-1944), der sich seit 1896 mit der Bearbeitung von Papsturkunden bis 1198 in Italien, Spanien und Portugal befaßte. bekannt geworden.Er übergab große Teile seiner privaten Bibliothek an das römische Institut.

1917-1924 mußte das Institut als Folge des ersten Weltkriegs geschlossen bleiben. Kehr hielt sich ohnehin in Berlin auf, da er seit 1915 Direktor des Kaiser-Wilhelm-Institutes für deutsche Geschichte und Generaldirektor der Preußischen staatlichen Archive war, seit 1919 außerdem Vorsitzender der Zentraldirektion der Monumenta Germaniae Historica. 

1935 wurden auf Kehrs Betreiben die MGH und das Preußische Historische Institut in Rom zum Reichsinstitut für ältere deutsche Geschichte zusammengeschlossen.Im Zuge einer neuen Arbeitsauteilung wurden alle Bestände, die für die Bearbeitung der westeuropäischen Papsturkunden (Portugal, Spanien, Frankreich, Belgien, Niederlande) von Interesse waren, von Rom nach Berlin überführt und der Bibliothek der MGH eingegliedert.

Der genaue Umfang dieser Provenienz ist noch nicht ermittelt. Derzeit sind ca. 80 Bücher aus Kehrs Privatbibliothek und 80 weitere aus der römischen Institutsbibliothek nachgewiesen.