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Neuerscheinung

Ernst-Dieter Hehl, Gregor VII. und Heinrich IV. in Canossa 1077

Paenitentia – absolutio – honor

(Studien und Texte 66)

XXII und 142 S. 8°. 2019.

ISBN 978-3-447-11246-8 geb. 35, —

Der „Gang nach Canossa“ wurde und wird in der Geschichtsschreibung überwiegend nach politischen Kriterien interpretiert. Die vorliegende Studie beschäftigt sich jedoch eingehend mit den Quellen zu diesem Thema und wirft ein vielschichtigeres Licht auf die Ereignisse. Besonders die Ordnungen zu Exkommunikation, Buße und Absolution, wie sie im Dekret Burchards von Worms oder im Pontificale Romano-Germanicum greifbar waren, bestimmten das Geschehen. Der König hatte zuvörderst die Folgen seines vorangegangenen Fehlverhaltens zu beseitigen, was generell gefordert war, bevor ein Exkommunizierter die Absolution erhalten konnte. So leistete König Heinrich vor Papst Gregor auch einen „Eid“ (Reg. IV, 12a), in dem er sich verpflichtete, seinen Konflikt mit den Fürsten nach Maßgaben des Papstes beizulegen. Gregors VII. Brief an die deutschen Fürsten (Register IV, 12) war die erforderliche Mitteilung von der Absolution eines Exkommunizierten. Neben kirchlich-religiöse Vorstellungen trat mit honor eine zeitgenössische soziale Kategorie. Heinrich erkannte schon durch sein Erscheinen in Canossa den honor des Papstes an, den er ihm 1076 in Worms noch abgesprochen hatte. Gregor tat seinerseits das Gleiche hinsichtlich des Königs, den er nun absolvierte. Heinrich wiederum verpflichtete sich gegenüber dem Papst, den honor der Fürsten unangetastet zu lassen, die ihm auf Seiten Gregors Widerstand geleistet hatten.

 

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07.08.2019 15:48