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Neuerscheinung

Lucas Wüsthof, Schwabenspiegel und Augsburger Stadtrecht

(Schriften 73)

LXIV und 386 S. und 5. Abb. 8°. 2017.

ISBN 978-3-447-10840-9 Ln. EUR 74, —

Der Schwabenspiegel – eine große Unbekannte unter den deutschen Rechtsbüchern – der noch heute in knapp 400 Handschriften überliefert ist, widmet sich mit großer Detailfreude einer Vielzahl von Rechtsproblemen, deutet sie vor dem Hintergrund der spätmittelalterlichen Gesellschaft und ist so im wahrsten Sinne des Wortes ein „Spiegel“ seiner Zeit. Die vorliegende Studie widmet sich diesem Klassiker der deutschen Rechtsgeschichte und untersucht sein Verhältnis zum Augsburger Stadtrecht von 1275/76, zu dessen Inhalt die rechtshistorische Forschungsliteratur seit jeher enge Parallelen beobachtete. Der Zusammenhang von Schwaben- und Deutschenspiegel spielt dabei eine ebenso große Rolle wie die Quellen des Schwabenspiegels, die Frage nach Oralität und Schriftlichkeit sowie nach Einfluss städtischer Rechtsgewohnheiten auf das Rechtsbuch. Das Stadtrecht wiederum offenbart Anklänge an ländliche Rechtsgewohnheiten, und auch die Existenz eines städtischen Lehenrechts zeigt, dass eine deutliche Trennung im Augsburger Stadtrecht nicht streng vollzogen wurde. So entstanden fall- und praxisbezogene Rechtssammlungen in denen sich regionale und städtische Eigenheiten sowie Rechtsfiguren aus dem Reich der Mythen und Sagen miteinander verbanden und vereinzelt in Einklang gebracht wurden. So schwierig eine verbindliche Einordnung der beiden Rechtsquellen in ein Rezeptiongebilde fällt, umso leichter lässt sich feststellen, dass der Schwabenspiegel zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist. Er diente nach den Unsicherheiten des Interregnums zunächst als identitätsstiftendes Element im süddeutschen Rechtsraum und war später bis weit über die süddeutschen Landesgrenzen hinaus verbreitet. Der Schwabenspiegel steht damit wie der Sachsenspiegel in einer europäischen Tradition.


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08.12.2017 15:02