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Neuerscheinung

Ulrich Richental, Die Chronik des Konzils von Konstanz

Herausgegeben von Thomas Martin BUCK

(Digitale Editionen 1)

URL: https://edition.mgh.de/001

Die wohl um 1420 entstandene Konstanzer Konzilschronik Ulrich Richentals wird hier erstmals in einer historisch-kritischen Edition vorgelegt, die alle drei erhaltenen Fassungen berücksichtigt: die A-Version, die auf die heute in New York liegende Aulendorfer Handschrift, die K-Version, die auf die Konstanzer Handschrift, und die G-Version, die auf die in Karlsruhe liegende St. Georgener Handschrift zurückgeht. Die bisherigen modernen Textausgaben legten ihrem Text jeweils nur eine Leithandschrift zu Grunde und nahmen die fragmentarisch erhaltene St. Georgener Handschrift nur am Rande zur Kenntnis. Die digitale Anlage der Edition sowie diverse Konkordanzen erlauben es nun dem Benutzer, zwischen den verschiedenen Fassungen zu navigieren, um den multiplen Text angemessener zur Kenntnis zu nehmen, als dies bislang der Fall war. Die jüngste Chronikausgabe, 2010 erschienen, hatte zwar bereits alle Überlieferungsträger berücksichtigt, sich aber doch auf eine Leithandschrift konzentriert. Die hier vorliegende Neuedition bietet erstmals die Gelegenheit, den Text in seiner Gesamtheit, d.h. in seiner Pluralität und Fluidität, zur Kenntnis zu nehmen. Denn wir müssen angesichts der erhaltenen Überlieferung davon ausgehen, dass der Text, der für die Geschichte und Nachwirkung des Konzils bis heute eine zentrale Rolle spielt, von vornherein „offen“ war, es einen „festen“ Text also eventuell gar nicht gab. Diese Mehrtext-Edition wird damit nicht nur dem Text und seiner Überlieferung gerechter, sie bringt auch das Fluktuierende mittelalterlicher Textualität stärker zum Ausdruck, als dies bei einer herkömmlichen Eintext-Ausgabe der Fall wäre.

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12.12.2019 12:30