Aktuelles , Pressespiegel | 21. Mai. 2026

KI-generierter Schwachsinn

Leider weiterhin aktuell ist unser Blogbeitrag vom 14.1.2025, der vor KI-generierten scheinbar wissenschaftlichen Veröffentlichungen, zum Beispiel im Verlag tredition, warnt. Prof. Dr. Dr. h.c. Martina Hartmann war bei Literaturrecherchen auf diese Werke gestoßen und hatte exemplarisch anhand zweier Fake-Veröffentlichungen eine (lange!) Liste weiterer KI-generierter fiktiver – scheinbar mediävistischer – Publikationen erstellt.


Unter dem Titel „How to Sell Bullshit Online (Fast)“ veröffentlichte nun am 21.4.2026 Dr. Stephan Wünsche, Referent für Forschungsdaten und Forschungsinformation und Fachreferent Musik, im Blog der Universitätsbibliothek Leipzig einen empfehlenswerten Kommentar. Er zitiert „Brandolinis Gesetz“, nach dem das Widerlegen von Schwachsinn eine Größenordnung mehr Energie als dessen Produktion erfordert – wie auch Martina Hartmann bei ihren Recherchen feststellte – was den Erzeugern dieser Werke in die Karten spielt. Wünsche erläutert anschaulich die Vorgehensweise der betrügerischen Autoren anhand musikwissenschaftlicher Veröffentlichungen, analysiert die gesetzlichen Lücken, die diesen Betrug möglich machen und schlägt Strategien dagegen vor. Lesenswert!


So geht es weiter:

Nachdem der Blog von Dr. Stephan Wünsche viral ging, hat am 8.5.2026 Jochen Zenthöfer in der FAZ das Vorgehen des Verlags tredition zum Thema gemacht: 20260508_F.A.Z_Feuilleton 15.pdf


Am 15.5. berichtete die FAZ über Konsequenzen, die tredition wohl aus der massiven Kritik zieht: Verlag "Tredition" streicht KI-Schrott.


Am 21.5. fasste Dr. Stephan Wünsche in einem weiteren Beitrag „Klaas Klever ist gefasst“ im Blog der Universitätsbibliothek Leipzig die publizistischen Schritte zusammen, die tredition zum Handeln gebracht hatten und zitierte u. a. die MGH-Präsidentin als die erste, die schon vor über einem Jahr auf das wachsende Problem mit KI-generierten Veröffentlichungen hingewiesen hatte.